Schulgeschichte

 

Volksschule Lage

Im Jahre 1894 begann der Lehrer J. Götker mit dem Schreiben der Schulchronik. Er geht im 1. Abschnitt auf die Schulgemeinde bis zur Gegenwart, im 2. Abschnitt auf die Schule bis zur Gegenwart ein, um dann fortlaufend Eintragungen  zur Gemeinde und zur Schule vorzunehmen.

Lage ist als Ansiedlung bei der Burg Lage entstanden. Im 17. Jahrhundert kaufte der Droste von Twente, J. von Raesfeld, Herr von Twickel die Herrlichkeit Lage, die seine Nachkommen bis zur französischen Herrschaft (1812) als freie und unabhängige Herrlichkeit besaßen.

 

1643
Nach Aussagen von J. Götker fehlen über die ursprüngliche Schule in Lage alle Nachrichten. Bekannt ist aber, dass hier bereits im Jahre 1643 ein gewisser Meynert Laeman als Lehrer tätig ist. Er scheint hier wohl als erster Lehrer von dem Herrn von Raesfeld angestellt worden zu sein.
       
1661
Die Classis von Overyssel bemüht sich sehr, die Lehre der Reformation durch den Schulunterricht fortzupflanzen. Sie bewirkt bei den Ständen  der Provinz Overyssel, dass einige schlecht dotierte Schulstellen wie Denekamp, Losser, Tubbergen, Weerselo und auch Lage 50 Gulden jährlich aus dem Rentamte des aufgehobenen  Klosters Albergen zugewiesen bekommen. Der Lehrer zu Lage erhält diese 50 Gulden laut Quittung im Jahre 1661. Die Summe wird  in jedem Jahr bis zur französischen Herrschaft (1806) gezahlt. Außerdem erhält der Lehrer von jedem Kind wöchentlich einen Stüver; für Kinder, die am Rechenunterricht teilnehmen, muss das Doppelte gezahlt werden. Für Kinder, die am gesonderten Religionsunterricht teilnehmen, kann der Lehrer ebenfalls 2 Stüver verlangen (20 Stüver = 1 Gulden).
      
169
Schule um 16911
Bei dem nebenstehenden Gebäude handelt es sich um die erste Schule in Lage, die 1691 errichtet wird, nachdem im Mai 1690 Amadea von Flodorff van Raesfeldt, die auch schon die evangelisch-reformierte Kirche im Jahre 1687 hat bauen lassen, der Gemeinde neben einem Geistlichen auch die Einstellung eines Lehrers zusagt. In einer entsprechenden Urkunde verpflichtet sich die Gräfin, neben Pastor und Lehrer auch eine Schule zu finanzieren. Bedingt durch den Einfluss der niederländischen Grafenfamilie, als Eigentümer der "Herrlichkeit", wird Lage ein im kulturellen Bereich fortschrittliches Gemeinwesen.
Die Schule  liegt an der Nordwestseite der Kirche und wird 1791 erneuert. Sie wird bis zum Jahre 1858 als Schule genutzt und dient später als Konfirmandensaal. Sie wird sowohl von Katholiken als auch von Protestanten besucht.

Das Bild zeigt die Schule von 1691 am Tage ihres Abbruchs 1960.

1724
Nach dem Schulreglement für Lage vom Jahre 1724 und 1754 erstreckt sich der Schulunterricht über die fünf Hauptstücke der christlichen Lehre, über Lesen, Schreiben, Rechnen und Singen. Der Unterricht findet vom 1. September bis zum 1. Juni täglich morgens von 9 - 11 und nachmittags von 2 - 4 Uhr, außerdem für die größeren Kinder mittwochs und sonnabends von 11 - 12 Uhr in Religion statt. Die Kosten für die 9 Monate betragen 1 Gulden, 9 Stüver und 2 Deute (1 Stüver = 10 Deute).

Von altersher haben die Prediger und Richter nach dem Schulreglement für Lage 1724 die inneren und äußeren Angelegenheiten der Schule zu ordnen. Dies gilt bis 1823. Von 1823 bis 1884 hat der Königliche Oberkirchenrat der Grafschaft Bentheim in Verbindung mit dem Königlichen Konsistorium zu Aurich die Aufsicht über die Schule. 1884 wird die Schule unter die Leitung der Königlichen Regierung zu Osnabrück gestellt.
          

1830
Gegenüber der Kirche auf der Bleiche wird durch den Patron von Lage 1830 eine neue Schule gebaut. Als sich herausstellt, dass die Lage zu feucht ist, wird sie 1854 (nach W. Friedrich: 1858) zur Dorfmitte verlegt, wo sie dann 1885 umgebaut wird. Sie ist Eigentum des Schulpatrons und wird bis 1932 benutzt. Von 1932 bis 1940 wird sie als Gemeindehaus genutzt und nach dem Kriege als Wohnhaus umgebaut, heute: Haus Even.

Die katholischen Kinder haben von ihrer Schulbehörde die Erlaubnis, bis zum 8. Lebensjahr (das 1. und 2. Schuljahr) die Schule in Lage zu besuchen, um dann nach Neuenhaus zu gehen.
         
1852
Der Herr von Lage schenkt einem Schulfonds unter dem Namen "Wassenars Schulfonfs" 1.000 Gulden, aus welchem die Schulbedürfnisse (Bücher, Hefte usw.) der Kinder bezahlt werden sollen. Als dieser Fonds nicht ausreicht, fügt Pastor J.G.Slüyter anläßlich seines 50-jährigen Dienstjubiläums dem Kapital noch 200 Taler hinzu. Außerdem schenkt er den Katholiken, die ein Viertel der Bevölkerung von Lage ausmachen, noch 50 Taler.
       
1854
Der Oberkirchenrat der Grafschaft Bentheim genehmigt im Einverständnis mit der Königlichen Landdrostei zu Osnabrück, dass preußisch Brecklenkamp mit dem Schulverband Lage vereinigt wird. Außerdem wird mehreren Bauern aus Grasdorf genehmigt, dass sie ihre Kinder nach Lage zur Schule schicken.
        
1886
Die Diensteinkünfte der reformierten Schulstelle zu Lage betragen jährlich 981 Mark. Sie setzen sich aus dem Schulgeld (108 Gulden), aus Pachtgeldern (21 Gulden) und aus freiwilligen Beiträgen des Herrn von Lage zusammen.
           
1894
Die Reihenfolge der bisherigen Lehrer zu Lage lautet:

 

Meynert Laeman 1643 - ?  
Hermannus Schrader 5.11.1694 - ?  
Gerrit Martens 13.12.1705 - 1748 43 Jahre
Jan Arend ten Bosch 26.8.1748 - 1769 21 Jahre
Jan Hendrik ten Bosch  8.9.1769 - 27.3.1821 52 Jahre
Jan Hendrik Bauer 24.9.1821 - 14.4.1826 5 Jahre
Heinrich Zwitzers 5.5.1826 - 16.11.1833 7 Jahre
Hendrikus Verbeck Borggrewe  24.12.1833 - 1.12.1884 51 Jahre
J. Götker ab 1. 12. 1884  

                 

Der Lehrer J.Götker beschreibt die Schule in der Schulchronik: "Die Schule liegt fast mitten im Dorf. Sie ist in einem guten Zustande. Das eigentliche Klassenzimmer ist 10,50 m lang und 6,35 m breit. Das Licht kommt durch 5 große Fenster von der Nord- und Westseite herein. Die am weitesten von der Schule in Brecklenkamp wohnenden Kinder haben täglich einen Weg von 30 - 45 Minuten zu machen. Der hiesige Schulverband zählt 412 Einwohner; es nehmen 76 Kinder am Unterricht teil. ... Der jetzige Schulinspektor heißt unser Pastor M. Brink und der Kreisschulinspektor J.H.Nyhuis, Pastor zu Arkel".
         
1895
Auf Anordnung des Kreisschulinspektors wird wegen der großen Kinderzahl die Halbtagsschule eingerichtet.

Nach Fertigstellung der Bentheimer Kreisbahn machen die Kinder erstmalig einen Ausflug nach Bentheim, an dem auch mehrere Erwachsene teilnehmen.
        
1913
Nach fast 30 Jahren in Lage tritt Lehrer J. Götker zum 1. Mai 1913 in den Ruhestand. Der Lehrer Ludwig Sager (siehe: L-C-Sager) aus Uelsen, gebürtig aus Schüttorf, wird vom Baron mit Zustimmung der Königlichen Regierung, des Konsistoriums und des Schulvorstandes zum Lehrer und Organisten ernannt. Am 2.Juni 1913 wird er von Pastor Busse in sein Amt eingeführt.

An der Feier des 25. Regierungsjubiläums S.M. des Kaisers, verbunden mit der Gedenkfeier an die preußisch-deutsche Erhebung vor 100 Jahren 1813, nehmen am 16. Juni 1913 neben der Bevölkerung auch sämtliche Schulkinder teil, die anschließend mit Kuchen und Limonade reichlich bewirtet werden.
        
1914-1918
Während des Weltkrieges ist Lehrer Sager zum Kriegsdienst eingezogen. Er wird von einem Lehrer aus Bramsche vertreten. Er kann seinen Dienst in Lage am 1. Dezember 1918 wieder antreten.
      
1919-1920
Im Schuljahr 1919/20 besuchen 39 Knaben und 34 Mädchen die Lager Schule. Im März 1919 finden die ersten Wahlen zum Elternbeirat statt. Am 1.7.1920 wird Rektor Valentin der neue Kreisschulrat. Damit geht ein jahrzehntelanger Wunsch der Lehrerschaft in Erfüllung: "Die von dem Ortspfarrer geführte kirchliche Schulaufsicht ging zu Ende. Sie wurde in die Hände eines Schulmannes - also des Staates - gelegt".

Im Herbst 1920 erhält Lage - auch die Schule - elektrisches Licht, das in der Wassermühle erzeugt wird.
           
1921
Der Vorschlag der Regierung, bei 82 Kindern eine 2. Lehrerstelle zu beschließen, wird vom Schulvorstand gegen die Stimme des Lehrers abgelehnt, weil die Besoldung teilweise von der Gemeinde zu tragen ist.

In hochherziger Weise hat der Patron der Schule, Herr von Heekeren von Wassenaar auf Twickel dem Lehrer 1.000 Mark für eine Wanderfahrt in die Berge zur Verfügung gestellt, die zur Porta Westfalica führt.

Herr Sager klagt sehr über den schlechten Zustand des Klassenzimmers. In den Wintermonaten ist trotz zeitigen Heizens die Temperatur bei Schulbeginn selten über 4 Grad Celsius. Diese Mängel sind verursacht durch die großen, nicht allzu dichten Fenster, durch
die hohe Decke und durch die ungünstige Lage des Raumes nach Norden.
      
1922
Am 1.4.1922 tritt das Grundschul-Gesetz in Kraft. Die Grundschule umfasst die ersten vier Jahrgänge und ist von allen Schülern zu besuchen. Die Vorklassen der Gymnasien werden abgeschafft. Nach den Richtlinien steht in allen Fächern das Arbeitsprinzip im Vordergrund. Die alte "Lernschule" soll abgeschafft werden.

Der erneute Versuch in Gegenwart des Kreisschulrates, eine 2. Lehrerstelle zu beschließen, wird  vom Schulvorstand wieder abgelehnt.
      
1923
Im April 1923 kommen wegen der Ruhrbesetzung durch die Franzosen etwa 250 Schüler in die Grafschaft Bentheim, davon 8 nach Lage, die hier auch die Schule besuchen.
        
1929
Zum 1. Januar 1929 wird erstmalig ein 2. Lehrer an die Lager Schule versetzt. Die Regierung drängt auf den Bau eines 2. Klassenraumes. Sie ist bereit, den Bau in der Hauptsache zu finanzieren. Wegen der eigentümlichen Rechtsverhältnisse, die in dem Vertrag des Schulpatrons mit der Gemeinde festgelegt sind, verzögert sich jedoch die Bauausführung. Vorübergehend wird der Schule vom Kirchenrat das Konfirmandenhaus zur Verfügung gestellt, so dass alle Jahrgänge am Vormittag unterrichtet werden können.
       
1930
Lehrer Sager wird nach 17 Jahren erfolgreicher Arbeit in Lage zum 1. April 1930 als Hauptlehrer nach Neuenhaus versetzt. Sein Nachfolger wird Lehrer Heinrich Kip.

Im Herbst 1930 teilt der Patron mit, dass er die Absicht habe, den mit der Gemeinde Lage abgeschlossenen Vertrag zum 1.4.1932 zu kündigen. Dadurch wird der Bau eines zweiklassigen Schulhauses mit Lehrerwohnung immer dringlicher.

Da der Kirchenrat der Schule das Konfirmandenhaus in den Wintermonaten nicht mehr überlassen will, muss die Mittelstufe wieder nachmittags unterrichtet werden. Dies ist bei den weiten und schlechten Wegen ein unhaltbarer Zustand, da manche Kinder erst in der Dunkelheit nach Hause kommen.
          
1932
Der Schulneubau wird wegen der geringen Leistungsfähigkeit der Gemeinde überwiegend von der Regierung bezahlt. Die Einweihung findet unter großer Anteilnahme der Bevölkerung am 3. November 1932 statt. Die alte, einklassige 1854  erbaute Schule, die Eigentum des Barons ist, ist nunmehr verwaist. Sie wird bis 1940 als Gemeindehaus verwendet und nach dem Kriege als Wohnhaus umgebaut. Aus finanziellen Gründen hat der Neubau ein Flachdach. Das Erdgeschoss enthält einen großen Flur und zwei Klassenräume. Im Obergeschoss befindet sich die Wohnung des 1. Lehrers. Das Gebäude ist völlig unterkellert.
            
1933-1945
Die Seiten von 1933 bis 1945 wurden zunächst auf Anweisung der Militärregierung  aus der Schulchronik entfernt und dann 1963 wieder eingeklebt.

Bei der Volksabstimmung am 29.3.1936 stimmen alle erschienenen Stimmberechtigten mit "Ja!"  Die Kinder beteiligen sich immer wieder an Geldsammlungen und Sammlungen von Naturalien für die NSV. Die jetzt vom Lehrer und den Schülern durchgeführten Elternabende werden als "Schulgemeinschaftsabende" bezeichnet. Ihr Sinn ist, den Eltern einen Einblick in die Arbeit und Aufgabe der Schule des 3. Reiches zu geben.

Mit Beginn des Schuljahres 1938/39 werden auch die katholischen Schüler, die bislang vom 3. Schuljahr an die Katholische Volksschule in Neuenhaus besuchten, in die Gemeinschaftsschule Lage eingeschult.

Um den Mehrverbrauch an Seide (für Fallschirme) während des Krieges zu decken, wird an allen Schulen Seidenraupenzucht betrieben. Da in Lage von 500 Maulbeerpflanzen (als Futter für die Seidenraupen) nur wenige angegangen sind, kann die Zucht nicht betrieben werden.

In der Schulchronik wird vom Lehrer Kip ausführlich auf die Auswirkungen des Krieges in der Grafschaft und in Lage eingegangen.

Auf Anordnung der Regierung beginnt der Unterricht für die unteren 4 Jahrgänge nach dem Einmarsch der alliierten Truppen wieder am 29. August 1945.
           
1946-1947
Kurz vor Ostern 1946 kommen mehrere Flüchtlinge hauptsächlich aus Schlesien nach Lage. Die Schülerzahl steigt stark an und beträgt zum Schuljahrsbeginn 1947/49  95 Kinder. Erst zum 1. Dezember 1947 wird die 2. Lehrerstelle wieder besetzt, so dass dann wieder normaler Unterricht möglich ist.
       
1949
Vorübergehend muss Lehrer Kip nach Versetzung der 2. Lehrerin wieder alle Kinder allein unterrichten. Er schreibt darüber: "Das war aber dadurch bedeutend erschwert, dass in der Mittel- und Oberstufe 81 Kinder waren, die nicht in einem Klassenraum unterrichtet werden konnten. Es blieb keine  andere Wahl, als die Mittelstufe nachmittags zu unterrichten."
       
1950
Als das große Ereignis eines jeden Schuljahres wird der große Ausflug mit dem Omnibus angesehen, der jedes Jahr zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten führt. 1950 führt er im Sauerland zur Möhnetalsperre und zur Dechenhöhle, auf der Rückfahrt noch zum Zoo in Münster. Herr Kip schreibt dazu: "Wenn auch infolge der langen Anfahrtstrecke ein solcher Ausflug eine Anstrengung bedeutet, so kann man seine Berechtigung nur bejahen. Viele neue Eindrücke können den Unterricht befruchten und unklare Vorstellungen werden zu Begriffen."
       
1954
Im Schuljahr 1954/55 geht die Schülerzahl auf 49 zurück, seit 60 Jahren die geringste Schülerzahl. Ostern 1956 steigt sie wieder auf 62 Schüler, so dass die 2. Lehrerstelle wieder besetzt werden kann. Wegen der schlechten Wohnverhältnisse erfolgt in den kommenden Jahren ein häufiger Wechsel des 2. Lehrers.
     
1960
Die älteste Schule von Lage, die 1691 erbaut und 1791 erneuert wurde, wird abgerissen. Sie diente bis zum 2. Weltkrieg als Konfirmandensaal und beherbergte nach dem Kriege Flüchtlinge.
       
1962
Die Schulpflicht wird von 8 auf 9 Jahre erhöht. Die Lager Schüler absolvieren das 9. Schuljahr in Neuenhaus.
       
1964-1965
Im Sommer 1964 feiert Lehrer Kip sein 40-jähriges Dienstjubiläum, zu dem die Regierung, der Schulrat sowie die Schul- und Kirchengemeinde herzlich  gratulieren. Ebenfalls im Sommer 1964 wird der neue Sportplatz seiner Bestimmung übergeben. In Sitzungen des Gemeinderates und der Elternschaft erfolgt nach  lebhaften Aussprachen die Zustimmung, dass die Schüler des 7. und 8. Schuljahres die Mittelpunktschule in Neuenhaus besuchen. Vorausgesetzt wird, dass es Fahrgelegenheiten mit dem Schülerbus gibt.

Zum Ende des Schuljahres 1964/65 wird Lehrer Kip aus gesundheitlichen Gründen nach 35-jähriger Schulleitertätigkeit in Lage vorzeitig in den Ruhestand versetzt (GN, 8.7.1965). Sein Nachfolger wird der Lehrer Manfred Zander, der seit 1953 als Lehrer an der Volksschule Neuenhaus tätig war.
       
1967
Auf Beschluss der Elternversammlung werden die Schüler des 5. Schuljahres ab 1. April 1967 nach Neuenhaus abgeschult  Damit behält die Schule nur die Schuljahrgänge 1 - 4 und wird somit reine Grundschule. Die Schule besuchen nur noch 58 Schüler.

Nach der Anschaffung von neuem Gestühl schreibt  Lehrer Zander: "Durch speziell angewandte pädagogische Unterrichtsmethoden und mit Einsatz gezielter Arbeitsmaterialien wird ein 100%ige Förderung der Schüler möglich sein, um eine Leistungsdifferenz gegenüber dem vollausgebauten Schulsystem in Neuenhaus auszugleichen.".
    
1971
Erstmals erhalten die katholischen Kinder in der Schule Katholischen Religionsunterricht durch Pastor Lukas und brauchen nicht mehr nachmittags nach Neuenhaus, zuletzt nach Uelsen zu fahren. Der Evangelische Religionsunterricht wird von Pastor Lange erteilt.
       
1974-1976
Die Schülerzahl der Schule ist 1974 auf 83 gestiegen. Dadurch ergibt sich eine räumliche Enge in beiden Klassenräumen: 1./2. Schuljahr: 46 Schüler und 3./4. Schuljahr 37 Schüler. Erst im Schuljahr 1976/77 gelingt es, einen Klassenraum in der gegenüberliegenden Gastwirtschaft, die schon seit Jahren geschlossen ist, und eine 3. Lehrkraft aus Neuenhaus zu erhalten. Die Verteilung ist: 1./2. Schuljahr: 38 Schüler, 3. Schuljahr: 23 Schüler und 4. Schuljahr: 21 Schüler.
     
1978-1980
Lehrer Zander wird durch einen Autounfall dienstunfähig und im Januar 1980 vorzeitig in den Ruhestand versetzt (GN, 30.1.1980). Der Lehrer Wilhelm Snippe, seit 1957 Schulleiter in Grasdorf, wird zunächst ab Januar 1979 mit 10 Wochenstunden nach Lage abgeordnet und im Laufe des Schuljahres 1979/80, nachdem die Grundschule Grasdorf  Außenstelle der Grundschule Neuenhaus geworden ist, als Schulleiter nach Lage versetzt.
          
1981
Schule um 1981Nach Auszug der Familie Zander wird die Lehrerwohnung im Obergeschoss zu zwei Klassenräumen, Lehrerzimmer und Lehrmittelraum umgebaut. Es werden eine neue Treppe und neue Toilettenanlagen geschaffen; im Keller wird eine neue Gasheizung eingebaut. Jede Jahrgangsklasse hat jetzt einen eigenen Klassenraum.


Das Bild zeigt den Eingang zur Schule nach dem Umbau.

1985
Im April 1985 nimmt die Grundschule Lage am Wettbewerb "Schüler lesen Platt" teil, an dem sich 130 Schüler aus der Grafschaft beteiligen. In der Gruppe 3./4. Schuljahr erringt eine Schülerin aus Lage den 2. Preis.
    
1986
Der Lehrer Wilhelm Snippe feiert sein 40-jähriges Dienstjubiläum.

Direkt vor der Schule wird eine Druckampel installiert. So wird mehr Sicherheit für die Schulkinder im Straßenverkehr gewährleistet (GN, 27.9.1986).
       
1988
Am 13. Juni 1988 wird der Schulleiter Wilhelm Snippe in einer Feierstunde aus dem Schuldienst verabschiedet und in den Ruhestand versetzt, Nach dem Studium in Wuppertal wurde er 1950 Lehrer in Alexisdorf und ab 1952 Schulleiter der dortigen Schule. 1956 wechselte er  zur Volksschule Grasdorf, wo er 23 Jahre Schulleiter war, bis er 1979 Schulleiter in Lage wurde (GN, 15.6.1988).

Seine Nachfolgerin wird die Lehrerin Beatrice Wangenmacher, die schon seit 1979 an der Grundschule Lage tätig ist. Sie ist die erste Schulleiterin im Bereich der Samtgemeinde Neuenhaus und an der Grundschule Lage. Ihre besondere Vorliebe gilt der musischen Erziehung (GN, August 1988).
       
1993-1996
Da das alte Grundschulgebäude einen reibungslosen Schulbetrieb nicht mehr erlaubt, plant die Samtgemeinde Neuenhaus, beim Dorfgemeinschaftshaus ein neues Schulgebäude zu errichten. Es soll über vier Klassenräume verfügen, mit einer erweiterbaren und vielfältig nutzbaren Pausenhalle ausgestattet werden und ausreichend Platz für die Lehrer sowie für Lernmittel, Bücherei und Werkunterricht bieten. Die neue Schule soll 2,1 Millionen DM kosten (GN, 18.5.1993). Die Realisierung scheitert  jedoch an den fehlenden Finanzen. Nachdem sich die Mehrheit des Neuenhauser Rates für den Wiederaufbau des Osterwalder Hallenbades entschieden hat, mahnen der Elternrat und die Schulleiterin den Neubau der Grundschule Lage in einem Artikel des GN vom 23.7.1994 an. Der Kritik von Eltern und Lehrern widerspricht ein Mitglied des Samtgemeinderates, indem er ausführt, dass die Wiedereröffnung des Hallenbades in Osterwald nicht den Schulneubau in Lage gefährde (GN, 29.7. und Gegendarstellung der Schulelternratsvorsitzenden der Grundschule Lage vom 30.7.1994).

Schule ab 1996Nach der Entscheidung des Rates, dass das Hallenbad nicht wieder geöffnet wird, und einer Bedarfszuweisung durch die Bezirksregierung in Höhe von 500.000 DM soll das alte Schulgebäude umgebaut und erweitert werden (GN, 23.12.1994 und 19.1.1995). Mit dem Umbau wird im September 1995 begonnen. Der Altbau soll ausreichend Platz für 4 Klassenräume bieten. Im Vorderbereich des dahinterliegenden Neubaus werden Lehrerzimmer, Sekretariat und sanitäre Anlagen untergebracht. Im hinteren Bereich entstehen eine Pausenhalle, ein Werkraum und eine Schulbibliothek neu. Eine mobile Trennwand soll wechselnde Nutzungen zulassen (GN, 19.8. und 30.9.1995). Nach einjähriger Bauzeit wird das neue Grundschulgebäude feierlich von den Schülern und Lehrern in Besitz genommen (GN, 3.9.1996).
      
1999
Nach einem von der Sonderschule Neuenhaus erarbeiteten Integrationskonzept "Lernen unter einem Dach" verbleiben alle Kinder mit Problemen beim Lernen, im Verhalten, in der Sprache und beim Sprechen in der Grundschule und werden hier unter Einschaltung von Sonderschullehrern entsprechend gefördert. In Lage wird die sonderpädagogische Grundversorgung ab 1.8.1999 sofort für alle vier Jahrgänge bereitgestellt (GN, 10.7.1999).
           
2001
Die Einführung der "Verlässlichen Grundschule" erfolgt in den Grundschulen Neuenhaus, Veldhausen, Georgsdorf und Osterwald zum 1. August 2000, in der Grundschule Lage jedoch nach Entscheidung der Gesamtkonferenz erst ein Jahr später. Die Einführung der Verlässlichen Grundschule bedeute eine einschneidende strukturelle und pädagogische Veränderung. Deshalb sei eine gründliche und umfassende Vorbereitung erforderlich. Um pädagogische Konzepte zu entwickeln, Kontakt zur Orientierungsstufe aufzunehmen und die Entwicklung des Schulversuchs an anderen Schulen zu beobachten, brauche die Grundschule Lage noch das Jahr 2000, schreibt die Schulleiterin an die Samtgemeinde (GN, 15.7. und 2.12.1999).
          

          
2007
Aus persönlichen Gründen gibt die Rektorin Beatrice Wannenmacher die Leitung der Grundschule Lage, die sie seit 19 Jahren geleitet hat, zum Schuljahrsende 2006/07 ab. In einer bewegenden Abschiedsfeier danken ihr Schüler, Lehrer und Eltern und alle sonst an der Schule Beteiligten für ihre engagierte Arbeit für die Schule. Ihr ist es zu danken, dass die Schule 1996 saniert und erweitert wurde. Vor allem im neuen Mehrzweckraum konnte die studierte Musiklehrerin die Kinder mit ihrer Begeisterung fürs Singen und Tanzen, Musizieren und Theaterspielen anstecken. Die kommissarische Leitung der Schule übernehmen zunächst Frau Elke Britzke und Frau Elke Staelberg. Frau Wannenmacher führt aus, dass sie das Gefühl habe, ihre Aufgabe in Lage erledigt zu haben. Es sei gelungen, eine "beseelte Atmosphäre" zu schaffen. Es sei gelungen, einen "Lebensraum Schule" zu schaffen, in dem Lernen Freude macht (GN,14.7.2007).

2007                                                                                                          Frau Brietzke und Frau Staelberg übernehmen für ein Jahr die Schulleitung kommissarisch.

 

2008                                                                                                         Im August 2008  beginnt Frau Funk ihre Tätigkeit als Schulleiterin der Grundschule Lage.

 

2012

Im Februar 2012 wird Frau Funk in den Ruhestand verabschiedet. Frau Staelberg übernimmt das Amt der Schulleitung.

 

Quellen:
Manfed Zander, Auszüge aus der Schulchronik, 1962
Heinrich Eberhardt, Lage im Spiegel der Schulchronik, nicht veröffentlicht
Willy Friedrich, Lage "setzte einen Meester", Der Grafschafter, Nr.1/1997
Artikel in der örtlichen Presse, im Text angegeben


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